Breakdowns At Tiffany’s – Keep your distance (Song Review)

Posted by on Nov 18, 2011 in CD-Reviews, Reviews | One Comment

Zwecks Review haben wir bei dieser Wunderkapelle leider nur einen einzigen Song. Das hält mich aber nicht davon ab ein Review zu schreiben.

Ist das Anbiedern an einen vorherrschenden musikalischen Trend, so ausgezehrt er auch sein mag, zwangsläufig ein Zeichen fehlender Eigenständigkeit? Bescheinigt sich ein Trend dessen musikalische Innovationen seit Jahren zu stagnieren scheinen vielleicht sogar selbst mangelnde Qualität? Wer der zeitgenössischen Musikpresse Glauben schenkt, sieht das so, oder zumindest so ähnlich.

 Zu unser aller Glück gibt es Kapellen, die, der drohenden literarischen Schelte zum Trotz, sich über so einen Mist keine Gedanken machen. Eine Gruppierung, die dieser Gattung entstammt, nennt sich Breakdowns At Tiffany’s. Innovativ ist bei den Jungs von der Haarspitze Ihrer Emo-Strubbelfrisuren bis zum letzten Buchstaben Ihres marginal plakativen Bandnamens nämlich nicht sonderlich viel. So klingt auch Ihr vertontes Metal-Core/Death-Core Süppchen musikalisch eher nach Fertigprodukt als nach eigenem Rezept.

Doch wie schon Tim Mälzer vor einigen Jahren Preis gab: Es ist keine Schande sich auch einmal eines Fertigproduktes zu bedienen, wenn es nur als Grundlage dient und man obendrein sein Handwerk versteht. Nun mag man zu Tim Mälzers Küche stehen wie man mag, Fakt ist und bleibt, der Erfolg gab Ihm recht. Ob die Krefelder Jungs ähnlich erfolgreich werden – mit Ihrer Musik und nicht mit skurrilen Fernsehkochsendungen, versteht sich – wäre an dieser Stelle reine Mutmaßung. Allerdings auch nicht gänzlich unwahrscheinlich, denn was mit Bestimmtheit zu sagen ist: Die Jungs aus Krefeld haben den Ratschlag des selbst titulierten Küchenbullen, wahrscheinlich unwissend, beherzigt – verstehe dein Handwerk. Und das machen B.A.T

Obwohl sich Ihr Song Keep your distance von seiner musikalischen Grundausrichtung in etwa genauso von der aktuellen Core-Masse Absetzt wie ein Rennradfahrer ohne Pedale, weist er dennoch einen nicht zu unterschätzenden Unterschied auf: Er ist richtig gut! Womit er sich in bester Breakdown-Manier an gut 95% sämtlicher Genre-Kollegen vorbei stampft.Vor allem die cleanen Vocals von Sänger Kassim machen den brachial melodiösen Powerchord Chorus, der einen direkt zu Anfang des Songs beinahe inbrünstig in die folgenden dreieinhalb Minuten treibt, zu einem Radio-verdächtigem Ohrwurm. Allgemein beweisen B.A.T nicht nur ein ausgeprägtes Gespür für stimmige Arrangements und zeitgenössische Kompositionen, sondern wissen vor allem durch die Art Ihrer musikalischen Umsetzung zu überzeugen. Dass es in Ihrer Musik vor Synthies, Breakdowns, Scream/Growl/Sing-Wechsel und jeder Menge Teenyschmalz regelrecht hagelt wird wohl niemanden ernstahft verwundern. Was aber verwundert, ist die Qualität. Ob es nur an der wieder einmal mega fetten Produktion von Sky  Hoff (the barracks) liegt, an dem Können der Band, oder etwa an einer Mischung aus beiden, ist gleichermaßen unklar wie unerheblich. Wie so häufig im Leben zählt in erster Linie das Ergebnis, und das ist, im Falle von Keep your distance ein moderner Metalcore-Brecher, der nicht nur auf regionaler Ebene wohl kaum Gegner, aber viele Opfer finden wird, die sich die Seele aus dem Leib moshen werden.

– persönlicher Eindruck von André U. (Redaktion)

  • Shark Attack

    yeah! dankeschön! 🙂

    seb – bat