Motorjesus – Electric Revelation

Posted by on Mrz 18, 2014 in CD-Reviews, News, Reviews | No Comments

Motorjesus - Electric RevelationRiff. Dann ein Riff. Dann noch ein Riff. Und dann kommt der Refrain. Mit einem Riff.

Eigentlich hatte ich ja keinen Bock auf Tauchen, aber bei so vielen Riffs kann man einfach nicht anders. Die neue Motorjupp, wie wir die Band am Niederrhein gern mal mit Kosenamen nennen, kommt einfach superfett durch die Lautsprecher. Kann man kaum mäkeln, außer, dass neben ner Menge neuem Material auch zwei Songs von der „100.000 Volt Survivor EP“ auf die Platte gebannt wurden und die Texte mal wieder phrasenschwerer nicht sein könnten – aber „dat muss bei Dicke-Eier-Rock’n’Roll ja auch!“

Platte auf den Teller und Abfahrt.

Nadel aufsetzen, langsam dreht der Teller mit der hübschen colored Vinyl an. Erstmal auf dem Fenster gucken. Scheint ’ne fette Karre angebraust zu komm… ah, ne. Dat kommt von Platte. „The Arrival“ bringt uns schon klanglich in eine verwahrloste alte Wüsten-Stadt. Wild-West-Flair, wo man hinhört und dann noch ein Schuss, eine Lunte und die Explosion vom Opener „Trouble In Motor City“. Steiles Brett, das erstmal die Fahrtrichtung gen ewigen Sonnenuntergang, natürlich mit ner V8-Maschine unterm Hintern, vorgibt. Der Song überzeugt fast auf ganzer Linie, nur grade das erste Gitarren-Solo ist irgendwie nicht so richtig zündend. Dafür kratzt sich Chris Birx Stimme wieder direkt in die Gehirnwindungen! Mit „The Run“ haben die Jungs dann auch schon wieder den Hit im Gepäck, den ein Motorjupp Album eben braucht. Macht euch einfach selbst ein Bild von superfetten Riffs, Gesang und Schubkraft: Motorjesus – The Run (official lyric video)
Das nächstgelegene „Speed Of The Beast“ ist n nettes Banger, der sich aber nicht ganz hinter „The Run“ hervortraut. Dafür kommt danach ja auch direkt die nächste Zündkerze mit „Back In The Action Car“. Das klingt auch genau so, wie es sein Titel schon vorgibt. Dreckige Riffs mit dreckigem Gesang über dreckigen Bass und dreckig groovende Drums. Das ist Rock’n’Roll Metal wie er sein soll und auch die zweite Single auf youtube. Dass Brix nach der erfolgreich überstandenen Op an seinem eigenen „Motor“ öfters darüber schreibt, scheint legitim, so verarbeitet er seine Erlebnisse in „Rust“ mit der Zeile „… the Rust is in me…“ – man wird halt nicht jünger. Leider. In diesem Sinne auch noch ein kurzer Shoutout an Chris: Bombe, dass du wieder voll da bist!!! Mit 100.000 Volt Survivor kommt ein Track der gleichnamigen EP. Alles klar soweit. Das Ding schubt einfach wie ne 1. Feiner Elektroschock für die Gehörmuscheln. Der Titeltrack „Electric Revelation“ bringt dann weiter Schwung in den Motorblock (Könnte man so nicht die nächste Fangemeinschaft nennen?!?) und füllt neuen Sprit in den Tank. Wenn sich Motorjesus etwas vorwerfen lassen müssen, dann ist das Songwriting auf hohem Niveau, das eigentlich sonst nur Major-Label-Bands abliefern. Jeder der folgenden Songs, auch das schon vorveröffentlichte „Dead Army“, sitzt auf seine fett rockende Weise fest im Sattel, auch wenn teilweise die Innovation am Soundgewand auf der Strecke bleibt – aber wer braucht den schon, wenn der Sound so ist, wie der von Motorjesus? Ich nicht. Ich bange mir die Rübe weg. Fertig.

Boom.

Zur Produktion gibt es nicht viel zu sagen. Es handelt sich schlicht um eine professionell produzierte, gemischte und gemastete Platte, die vom Sound irgendwo zwischen Motorjesus und Motorjesus angesiedelt ist. Das bedeutet: Es knallt ordentlich!

Fazit.

Ich geb‘ dem Ding 8/10 und fahre liebend gern mal wieder von HH aus Richtung Niederrhein, wenn es sein muss, um die Jungs live zu erleben. Aber mittlerweile kommen sie ja auch hier vorbei. Also einfach abwarten und Friesentee trinken. Richtig, richtig nice!

Stefan